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Vegan wie Du und ich: Katja 13#

Es ist wirklich super, wie viele tolle Leute ich in meiner Reihe bis jetzt schon interviewen durfte:  inzwischen sind wir bereits bei der 13. Person angekommen, nämlich Katja, 43 Jahre*, aus Frankfurt!

(*Da soll noch einmal jemand behaupten, vegane Ernährung hätte keinen Anti-Aging-Effekt…!!)

Katja

Seit wann lebst Du vegan und was war der Auslöser dafür? Gab es einen Schlüsselmoment oder war es eine Vielzahl von Gründen, die Dich zu diesem Entschluss bewegt haben?

Ich war bereits 27 Jahre lang Vegetarierin bevor ich mich 2011 dazu entschlossen habe, vegan zu leben. Es fühlte sich immer richtig an, keine Tiere zu essen. Die Frage, das zu ändern, kam innerhalb dieser Zeit nie auf. Jedoch hatte ich mich jahrelang nicht mehr mit den Hintergründen, was da eigentlich in unserer Nahrungsmittelindustrie passiert, beschäftigt. Bei jedem neuen Fleischskandal war ich ja nicht betroffen und die Massentierhaltung habe ich mit meinem Konsumverhalten nicht wirklich unterstützt. Dachte ich. Bis ich anfing, mich neu mit dem Thema auseinanderzusetzen und einen Artikel von PETA über die Milchindustrie las. Von da an konnte ich es gar nicht glauben, dass ich diese grausamen Fakten 27 Jahre lang hatte verdrängen können! Nachdem ich mich mehr und mehr mit dem Tierleid und die Ausbeutung von Tieren in der „Nutztierhaltung“ beschäftigt hatte, konnte ich nicht mehr wegschauen. Das Resultat heute ist, dass ich mich konsequent vegan ernähre, vegane Kosmetika kaufe, bereits sechs Paar tierleidfreie Schuhe und drei Handtaschen mein eigen nenne, stolze Besitzerin eines schicken veganen Wintermantels bin, die Sommer ohne Seidentops und die letzten Winter ganz ohne neue Wollpullis überlebt habe. Leder-, Woll-, und Seidenartikel, die ich noch besitze, werden auch noch getragen (es käme mir irgendwie respektlos vor, sie ganz zu entsorgen), für alle Neuanschaffungen setze ich meine Kaufkraft jedoch sehr  bewusst und entsprechend meiner Überzeugungen ein.

Hast du durch die Umstellung eine Veränderung in Dir bemerkt? Auf welchen Ebenen hat sich diese abgespielt?

Gesunde Ernährung hat in meinem Leben immer eine sehr große Rolle gespielt und spielt es nach wie vor. Das Thema Vegan bietet mir vielfältige Möglichkeiten, mich mit Rezepten auszutoben und die leckersten Köstlichkeiten zu entdecken. Besonders die Rohkost-Ernährung finde ich ganz spannend, und ich experimentiere täglich in meiner Küche.
Große physische Veränderung kann ich an mir selbst nicht feststellen. Dass ich ein paar Kilo seit der Umstellung zugenommen habe, liegt wohl daran, dass ich noch nicht ganz meinen Weg in der Rohkost-Ernährung gefunden habe und noch zu viel Nüsse esse. – Oder alternativ, das Essen mit bestem Gewissen genieße und mir einbilde, mit jedem Bissen auch etwas „Anti Aging“- Mittel zu mir zu nehmen.
Vor ein paar Wochen habe ich meine Blutwerte bei meinem Hausarzt bestimmen lassen. Ich wollte endlich einen wissenschaftlichen Beweis für mich und alle Kritiker in meinem Umfeld, dass ich mich für die gesündeste Ernährung entschieden habe. Das Ergebnis war dann tatsächlich phänomenal. Ohne dass ich ihm vorab erzählt hatte, wie ich mich ernähre, eröffnete mir mein Arzt, dass er selten so gute Blutwerte gesehen hätte und dies in meinem Alter eine absolute Rarität sei. Selbst der Eisenwert, der mit der vegetarischen Ernährung immer sehr niedrig war, ist nun gut.

Wie hat Dein Umfeld auf Deine Umstellung reagiert?

Ich komme aus einer Familie, in der gutes Essen immer im Mittelpunkt stand. Meine Großeltern haben gemeinsam für die ganze Familie früher mittags ein Drei-Gang-Menü gekocht. Die Zutaten stammten aus dem eigenen Garten und vom Metzger des Vertrauens. Aus einer ehemaligen Metzgerfamilie stammend war das Essen sehr Fleisch-lastig. Von Leber, Zunge, Nieren, Blutwurst – alles davon stand regelmäßig auf unserem Tisch. Nach seinem Tod hinließ mein Großvater eine riesige Kühltruhe mit Fleisch. Ein „schönes Stück,“ das er beim Einkaufen gesehen hatte, musste er sofort mitnehmen. So wie manche Menschen bei einem Geschäft mit schönen Schuhen nicht widerstehen können, so war es bei meinem Großvater mit seinen Besuchen beim Metzger.
Da ist es nicht verwunderlich, dass meine Großmutter bei meinem letzten Besuch und unserer Unterhaltung darüber, warum ich vegan lebe meinte „oh je was, würde der Opa dazu sagen“.
Meine Mutter war anfangs sehr besorgt, ob ich denn auch alle Nährstoffen erhalte. Umso mehr habe ich mich darüber gefreut, dass sie es war, die mir zu meinem ersten veganen Weihnachten drei vegane Kochbücher und Unmengen köstlicher und teuren Pralinen schenkte, die sie selbst entdeckt hatte.
Mein Freund findet das gut,was ich mache. Er erzählt unseren Freunden und seiner Familie wie kreativ und gut ich koche, und ich habe den Eindruck meistens schmeckt es ihm auch (die Rohkost bislang noch ausgenommen…).
Er hat sich selbst mit dem Thema bevor wir uns kennenlernten auseinander gesetzt, aber leider nicht die großen Konsequenzen gezogen. Wenn wir Essen gehen muss also meistens ein Huhn oder eine Pute dran glauben. Nervig findet er, zu Recht, wenn wir auf Reisen stundenlang unterwegs sind um ein im Internet empfohlenes veganes Restaurant zu finden, dass dann oft vom Ambiente und von der Qualität doch nicht meinen Vorstellungen entspricht. Da ist es dann manchmal entspannter als Selbstversorger unterwegs zu sein.
Freunde sind in der Regel neugierig und probieren gerne neue Sachen aus, wenn ich einlade. Bei Einladungen von Freunden ist es komplizierter. Viele empfinden es als schwierig, aufwendig und möchten sich bei einer Einladung auch selbst nicht in der Wahl der Lebensmittel einschränken. Jeder, der vegan lebt, hat zumindest einmal den Spruch gehört
“ Was kannst Du dann noch Essen? Da gibt es ja außer Salat nichts mehr“.
Als förderlich hat sich herausgestellt, immer etwas Selbstgemachtes für alle zum Probieren mitzubringen. So habe ich nicht das Gefühl, meine Freunde in eine unangenehme Lage zu bringen. Charmant fand ich auch die Tatsache, dass der Chef meines Freundes, ein Franzose, „vegan“ im Internet recherchiert hat, bevor er uns zum Essen eingeladen hat. Man stößt eben nicht immer auf Begeisterung wenn man anders is(s)t. Aber noch nie hat es sich so gut angefühlt.

Hast du Tipps für alle Neulinge, die auch vegan leben wollen?

In den eigenen vier Wänden ist es eigentlich sehr einfach. Zudem bietet das Internet die besten Möglichkeiten, sich eingehend zu informieren. Hier kann man auch nachlesen, in welchen Lebensmitteln sich tierische Inhaltsstoffe verstecken, die nicht auf der Verpackung deklariert werden müssen (Essig, Säfte, Chips, etc.).
Vorausgesetzt man hat auch Spaß an der Zubereitung, empfiehlt es sich am Anfang, ein paar Rezeptbücher anzuschaffen. Wie ersetze ich Eier beim Backen, wie mache ich selbst Mayonnaise, welcher Essig und welche Säfte sind vegan, welche neuen Zutaten gibt es zu entdecken sind wohl die ersten Fragen, die sich damit beantworten lassen.
Auf Geschäftsreisen stets die Notverpflegung in der Handtasche mitzuführen, da es ist nicht immer einfach ist, unterwegs auf die Schnelle etwas an Flughäfen zu finden. Ein veganes Essen auf Langstreckenflügen vorab reservieren. Das Restaurant selbst aussuchen wenn man mit Kunden essen geht, und bei der Reservierung fragen, ob der Koch etwas Veganes zaubern kann. Generell sich zu trauen, im Restaurant danach zu fragen. In einem guten Restaurant bekommt man auch meistens eine ehrliche Antwort über die genauen Zutaten. (Das Beilagengemüse im Restaurant wird in der Regel mit Butter verfeinert.) Für das Salatdressing nach Öl und Zitrone fragen. Nicht vergessen, das es viele Klassiker ohne tierische Zutaten gibt: Spaghetti mit Tomatensoße, Pommes Frites, Bratkartoffeln, Salat,  Obst etc…
Im Urlaub gerne auch mal Selbstverpfleger sein. Eine Tupperdose auf Reisen ist eine gute Investition.
Lieber mit frischen Lebensmitteln eigene Gerichte kreieren, anstelle nach industriell hergestellten Fleisch- und Käseersatz-Produkten Ausschau zu halten. Auch wenn man sicher mal aus reiner Neugierde heraus die Produkte probieren wird.
Sich mit Gleichgesinnten treffen, z.B. zum veganen Stammtisch oder Potluck. Es hilft, wenn man sich mal nicht erklären muss, warum man was nicht isst, sich trotzdem stundenlang über Essen unterhalten kann und nebenbei noch nette Leute kennenlernt.

Welche veganen Gerichte kochst Du regelmäßig? Kochst Du mit Kochbüchern oder eher „freestyle“?

Rezeptbücher für die Inspiration, die Umsetzung erfolgt dann meistens freestyle. Ich besitze hauptsächlich Rohkost-Rezeptbücher, hier gab es für mich viel Neues zu entdecken und zu lernen. Generell bevorzuge ich alle Gerichte, die für sich selbst stehen und nicht versuchen, traditionelle Fleisch- oder Käsegerichte zu imitieren.
Regelmäßig gibt es bei mir Smoothies zum Frühstück. In der Beerenzeit: Banane-Erdbeere-Hanf….so lecker! Für Gäste als Vorspeise ist mein Klassiker Avocado-Birnen-Salat mit Limette und Pinienkernen. Bei den Hauptgerichten variiere ich mit den aktuellen Gemüsesorten aus meiner Bio-Abokiste.

Was war Dein schönstes/seltsamstes/witzigstes Erlebnis in Bezug auf Deine vegane Ernährungs-/Lebensweise?

to come ….

Wenn Du eine Person nach Wunsch vegan bekochen könntest, wer wäre diese Person (gewesen) und was würdest Du für sie kochen?

Gerne meine an Diabetes erkrankte Großmutter mit Rohköstlichkeiten anstelle Krankenhauskost.

Du bist auf einer einsamen Insel gestrandet  – welche 3 veganen Lebensmittel möchtest Du auf keinen Fall missen?

Himbeeren, Heidelbeeren, Erdbeeren…

Gibt es irgendetwas, was Dir noch auf dem Herzen liegt und was Du den Lesern des Blogs, egal ob vegan, vegetarisch oder Allesesser, mitteilen willst?

Come to the vegan side of life!

 

Vielen Dank, liebe Katja, dass Du Dir die Zeit genommen und bei meinem Interview mitgemacht hast! 🙂

Ich schreibe darüber, wie man sich gesund und lecker vegan ernährt, sein Leben und seine Gesundheit grüner gestalten und was man tun kann, um glücklicher zu werden. Ich würde mich freuen, wenn ich Dich mit meinen Beiträgen inspirieren kann. Folge mir in den sozialen Netzwerken oder abonniere meinen Newsletter!