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Giftstoffe in Kleidung – Gift für Haut und Abwasser

Kaum eine Branche ist so schnelllebig wie die Modebranche. Mittlerweile spricht man sogar von „Fast-Fashion“, denn zwölf verschiedene Kollektionen pro Jahr sind in dieser Branche keine Seltenheit mehr. So wird suggeriert, dass der Kunde sich stets neu einkleiden soll, um den neuesten Trends zu folgen.

Allerdings hat dieser Trend gravierende Folgen. Viele textile Erzeugnisse, die es in Deutschland zu kaufen gibt, werden unter Umständen hergestellt, die für die Produzenten und die Umwelt sehr kritikwürdig sind. Es wird nicht nur die Arbeitskraft – auch von Kindern – unter unvorstellbaren Konditionen ausgebeutet, auch die Umwelt wird sehr stark und stellenweise irreparabel geschädigt. Für die Textilindustrie spielt die Produktivkraft „Wasser“ eine große Rolle, so dass die im Produktionsprozess entstehenden Schadstoffe direkt in den Wasserkreislauf gelangen. Da die Flüsse auch Trinkwasserquelle für viele Millionen Menschen sind, gelangen die Giftstoffe in den lebenden Organismus.

Inhaltsverzeichnis

Kleidung

Welche Stoffe in der Kleidung sind bedenklich?

Je weiter das Umweltbewusstsein wächst, desto mehr werden auch die bedenklichen Stoffe in Textilien untersucht und die entsprechende Gesetzgebung gegenüber den Herstellern verschärft. Als schädlich sind „Weichmacher“/ Phthalate und Hormone und als krebserregend geltende Stoffe, PFC, zinnorganische Verbindungen und Antimon ermittelt worden. Sie sind nicht nur in billigen Artikeln enthalten, sondern auch in textilen Produkten des mittleren und hohen Preissegments. Die Schadstoffe sind in unterschiedlichen Mengen in den Geweben enthalten und werden über die Haut aufgenommen. Dabei sind die Werte oft problematisch für die menschliche Gesundheit. So sind Phthalate schädlich für Schilddrüse, Leber und Fortpflanzungsorgane, sind aber in der EU nicht verboten, genau wie PFC. Diese Perfluoroctansulfonate oder Perfluoroctansäuren schädigen die Spermien und bedeuten ein hohe Gefährdung.

Auch ein Risiko stellen zinnorganische Verbindungen in Textilien für das Immun- und Hormonsystem dar, ebenso wie Antimon in Kleidungsstücken für Herz, Leber, Nieren und das Nervensystem. Diese Chemikalien sind allerdings nur in großen Mengen schädlich, sie kommen in Schuhen oder anderen Bekleidungsartikeln nur in kleinen Milligramm-Mengen vor. Diese sind nicht unbedenklich, aber per Gesetz begrenzt.

Welche Stoffe sind besonders belastend für Babys und Kinder?

Gefährliche Schadstoffe sind leider auch in Kinderbekleidung und Babysachen enthalten, die industriell produziert worden sind. Die Schadstoffe, wie z. B. Weichmacher, Farbstoffe, Flammschutzmittel, Biozide, Formaldehyde, Schwermetalle und Pestizide wirken auf die relativ schutzlose Haut der Babys und Kinder. Die Schadstoffe können ungehindert eindringen, weil die Haut noch sehr dünn und entsprechend empfindlich ist. Die Kleinen reagieren oft mit Allergien auf diese Belastung des noch jungen Organismus. Er hat den verschiedenen Giften noch nichts entgegenzusetzen, entsprechende Abwehrstoffe sind noch nicht gebildet.

  • Eine große Gefahr geht von chemischen Weichmachern / Phthalaten aus, die nicht nur in PVC-Spielzeug enthalten sind. In der Kinderkleidung finden sich Weichmacher in Schuhsohlen oder noppenbesetzten Sohlen von Söckchen. Viele Jacken, T-Shirts, Pullover und Anzüge sind auf der Vorderseite mit attraktiven Applikationen „geschmückt“. Die Aufdrucke sind gummiert, wie z. B. auch Regenkleidung und Gummistiefel, und enthalten diese schädlichen Weichmacher, um das Bekleidungsmaterial schlagfester, flexibler und geschmeidiger zu machen.
  • Auch Farbstoffe in bunter Babykleidung sind häufig, die als gesundheitlich problematisch anzusehen sind. Dispersionsfarben und Azofarben sind sehr beliebt, weil sie leuchten. Besonders bedenklich ist es, wenn die belasteten Textilien direkt und lange auf der Haut getragen werden, wie z. B. Kinderschlafanzüge, Babyschlafsäcke oder Bodies. Sie können dann Allergien auslösen oder Krebs erregen. Die Verwendung dieser Farben ist in Deutschland seit 1996 untersagt, auch in Importen. Besonders häufig ist Babykleidung mit Weißmachern belastet, die Textilien weißer aussehen lassen. Diese optischen Aufheller werden durch den Körperschweiß abgelöst und können zu Allergien führen, genau wie schädliche halogenorganische Verbindungen.
  • Auch allergieauslösend wirken Chemikalien, die gegen Zerknittern und Einlaufen der Textilien eingesetzt werden – Formaldehyde.
  • Auch Schwermetalle kommen in Textilien vor, um bessere Trage- und Pflegeeigenschaften der Kleidung zu erreichen. Dazu zählen Chrom, Cadmium, Blei und Nickel. Diese sind sehr giftig und können nicht abgebaut werden, deshalb sind die Grenzwerte streng. Auch Tributylzinn ist giftig, wird aber bei der Textilherstellung zum Stabilisieren, Desinfizieren und Konservieren verwendet. Die Haut, die Augen und die Atmungsorgane werden gereizt, und es kann zu Kopfschmerzen, Störungen des Stoffwechsels, der Leber und der Nieren kommen. Die Chemikalie ist z.B. in T-Shirts und Stramplern entdeckt worden.

Woran erkennt man giftfreie Mode?

Unter den Bedingungen der billigen Massenproduktion lassen sich kaum europäische humanistische und ökologische Standards anlegen. Deshalb sollte für den Kauf von Textilien ein anderes Bewusstsein entwickelt werden, indem man zum Beispiel nach dem Herkunftsort und den dort herrschenden Standards fragt.

Inzwischen ist es auch gelungen, international geltende Standards für die Textilherstellung geltend zu machen. Diese Siegel externer Link sind meist als Label in die Artikel eingenäht, und danach sollte man sich beim Neukauf von Textilprodukten unbedingt richten. Eine sehr ökologische und nachhaltige Idee ist auch der Second-Hand-Kauf von Kleidung. Aus zweiter Hand zu kaufen, spart einerseits Ressourcen und erzeugt weniger Müll. Zudem sind die eventuell vorher bei der Neuware vorhandenen Giftstoffe durch das viele Waschen bereits entfernt.

Für den Kauf von neuer Kleidung sind Label wie GOTS externer Link und IVN Best externer Link zu empfehlen. Blauer Engel, BlueSign sind beschränkt empfehlenswert, da der Standard einige Risiko-Chemikalien explizit erlaubt. Cradle to Cradle bewertet umfassend, aber die Toleranzwerte einiger verbotener Chemikalien sind zu hoch. Öko-Tex 100 und 100 plus sind noch nicht umfassend genug. bioRe, Cotton made in Africa, Fairtrade Certified Cotton, Fair Wear Foundation und MADE-BY sind Textillabel, die andere Standards darstellen. Sie zeugen von dem Bemühen, endlich bewusste Konsumenten, Händler und Hersteller in ein Boot zu holen. Nur durch bindende Vereinbarungen sind dauerhafte Standards und damit gleichbleibende schadstoffarme Qualitäten zu garantieren. Nur so kann der Verbraucher wieder Vertrauen zu seinen gekauften Textilien erlangen.

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