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Darmreinigung

Mittlerweile schwören viele Menschen auf eine Darmreinigung, beispielsweise im Rahmen einer Fastenkur, da diese das Wohlbefinden verbessern oder überflüssige Körperkilos zum Schmelzen bringen soll. Dennoch bleiben die Fragen, was man eigentlich genau unter einer Darmreinigung versteht und wann diese sinnvoll ist.

Inhaltsverzeichnis

Darmreinigung

Wie funktioniert eine Darmreinigung?

Unter einer Darmreinigung wird im Allgemeinen verstanden:

  • Abführmittel tragen zum Entleeren des Darms bei.
  • Es wird eine Darmspülung gemacht, ein sogenannter Einlauf.
  • Oder es erfolgt eine Kombination aus beidem.

Darmreinigungen finden häufig in Bereichen der Alternativmedizin statt oder kommen in Wellnessprogrammen zum Einsatz. Unter dem Aspekt der „inneren Reinigung“ wird meist das sogenannte Entschlacken in den Vordergrund gerückt.

Manchmal ist eine Darmreinigung auch aus medizinischen Gründen notwendig beispielsweise wenn eine Darmspiegelung, eine sog. Koloskopie ansteht. Der behandelnde Arzt benötigt in diesem Fall eine gute Sicht auf die Darmwände und darum muss dieser Bereich vollkommen leer sein. Meist beginnt eine solche Darmreinigung schon am Vortag, bevor die eigentliche Untersuchung stattfindet. Hierfür erhält derjenige vom Arzt spezielle Lösungen mit abführender Wirkung, die in einem bestimmten Zeitraum getrunken werden müssen.

Wer sollte eine Darmkur vornehmen?

Wenn Patienten merken, dass der Dickdarm träge geworden ist, ist eine Darmkur sinnvoll. Wenn sich große Mengen an Nahrungsresten anhäufen, die unverdaut sind, kann die im Dünndarm stattfindende Verdauung nicht mehr so schnell nachkommen, wie es eigentlich sein sollte. Durch dieses lange Verweilen der Nahrungsreste im Darm können sich zusätzliche Fette im Unterhautfettgewebe ansetzen, die normalerweise dem Körper schon lange wieder als Energielieferant zur Verfügung stehen sollten.

Findet nun eine Darmreinigung oder Darmsanierung statt, werden große Mengen an sogenannten Kotresten ausgeschieden. Fast jeder Bürger, gerade in den westlichen Ländern, trägt diese mit sich herum. Es gibt einen Bericht von einem Amerikaner, der 23 Kilo Kotreste in seinen Eingeweiden mit sich herumgetragen hat. Dicke Bäuche scheinen also nicht immer nur aus Fett zu bestehen. Unser Dickdarm ist ca. 1,5 Meter lang, der ohne Inhalt nur ein paar Pfund wiegt. Bei getätigten Autopsien wurden schon Dickdärme gefunden, die gut 20 Kilogramm gewogen haben.

Der Tod sitzt im Darm.
Paracelsus, griechischer Arzt (300 Jahre v.Chr.)

Hier scheint der Beweis vorzuliegen, dass die Ablagerungen, die von der Zeit her schon längst den Darm hätten verlassen müssen, sich auch nach vielen Wochen in großen Mengen noch im Darm befinden können. Ärztliche Fastentherapeuten berichten, dass sich ohne Weiteres noch bis zur 4. Fastenwoche große Mengen an Stuhl im Darm befinden können. Dies kann auch dann der Fall sein, wenn Einläufe gemacht wurden und nach der Gabe von salinischen Wässern – trotz vorheriger Darmentleerung.

Arten der Darmreinigung

Starten wir mit der natürlichen Darmreinigung externer Link – diese dient dazu, dass der Verdauungsapparat gesäubert und entschlackt wird und steht gerne auf den Programmen von Heilpraktikern. Diese Art der Körperreinigung wird bei bereits vorhandenen Darmproblemen angewandt, dient aber auch der präventiven Maßnahme und wird zur optimalen Entlastung des Körpers eingesetzt.

Eine natürliche Darmreinigung hat folgende Ziele:

  • Der übermäßige Mukoidaufbau = Schleimaufbau im Verdauungssystem wird gestoppt.
  • Bereits vorhandene Schlacken lösen sich und werden entfernt.
  • Der Stuhlgang muss nun regelmäßig sein und leicht vonstattengehen.
  • Die Darmflora muss nach der Reinigung wieder neu aufgebaut werden.

Eine weitere Art der Darmreinigung ist der Einlauf, oft bekannt auch unter einer Darmspülung. Bei dieser Art der Darmreinigung liegt der Vorteil, dass Betroffene keine Medikamente oder andere Mittel einnehmen müssen. Und die  Darmeinigung durch einen Einlauf geht schneller ab als das lange Abführen mit Präparaten.

Natürliche Hilfsmittel wie Flohsamen

Menschen, die mit wiederkehrenden Verdauungsproblemen zu tun haben, machen sich Gedanken, ob sie im Vergleich zu den klassischen Abführmitteln, die auf Dauer vielleicht den Darm schädigen können, lieber auf natürliche Mittel, wie beispielsweise Flohsamen und Flohsamenschalen zurückzugreifen sollten. Flohsamenschalen kennen noch nicht sehr viele Menschen. Vielleicht mit ein Grund dafür ist, dass der Name wenig ansprechend klingt. Dennoch gelten die Flohsamenschalen als perfektes Hausmittel gegen unangenehme vorhandene Verstopfungen.

Zu Bedenken gilt allerdings, das bei Personen, die mit einer Erkrankung des Magen-Darm-Traktes oder einer verengten Speiseröhre vorbelastet sind, vorsichtig sein sollten. Zusätzlich sollten keine verdauungsanregenden Medikamente eingenommen werden nach Einnahme der Flohsamenschalen, denn die Präparate könnten sich gegenseitig blockieren. Dennoch sind Flohsamenschalen die perfekte Alternative zu allen Medikamenten, die üblicherweise gegen Verstopfung- und Verdauungsbeschwerden verabreicht werden. Flohsamenschalen werden im Wasser aufgelöst und dann getrunken, wobei 250 mg täglich in der Regel ausreichen.

Darmsanierung und Darmaufbau

Meist wird der Einlauf von einem Heilpraktiker, Arzt oder einer Krankenschwester vorgenommen, eventuell vor der Geburt macht es die Hebamme. Ein kleiner Schlauch wird in den Darm eingeführt, durch den Wasser eingeleitet wird. Das warme Wasser übt Druck auf den Darm aus. So wird der Darm aktiv und fängt an sich zu bewegen, um für einen Druckausgleich zu sorgen – das Wasser wieder loszuwerden. Schon wenn die Wasserzufuhr gestoppt ist, können Betroffene zur Toilette gehen – der Darm entleert sich vollständig. Dies ist eine der schnellsten Methode, um eine gründliche Darmreinigung durchzuführen, denn es dauert nur wenige Minuten.

Im Anschluss an diese natürliche Darmsanierung ist es wichtig, das Gleichgewicht im Darmbereich wieder herzustellen. Damit die Bakterienstämme wieder funktionieren, werden Probiotika verabreicht, welche die Anzahl der „guten“ Darmbakterien wieder erhöhen. Diese sind völlig naturbelassen ohne irgendwelche Zusätze. Mit einem reinen Naturprodukt ist es möglich, die Darmflora wieder stabil aufzubauen. Gleichzeitig empfiehlt es sich, besonders viele präbiotisch wirkende Lebensmittel zu verzehren, welche die guten Mikroorganismen in der Darmflora „ernähren“ und sie so in die Lage versetzen, die schädlichen Mikroorganismen besser bekämpfen zu können.

Wichtig ist auch, auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten, damit auch der Flüssigkeitsverlust bald wieder hergestellt ist. Wer sich einer vollständigen Darmreinigung unterziehen möchte, sollte sich darüber im Klaren sein, dass eine Einnahme eines Abführmittels hierfür leider nicht ausreichend ist.

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Erfahrungsberichte „Darmreinigung“

Heike Z. (43) aus Berlin:

Wieso hast Du Dich dazu entschieden, eine Darmreinigung durchzuführen?
Vor einigen Jahren bemerkte ich, dass ich in immer öfter Erkältungen hatte. Mein Immunsystem schien gar nicht mehr zur Ruhe zu kommen. Ich war oft müde und abgeschlagen. Insgesamt schien ich nicht mehr so leitungsfähig zu sein wie zuvor. Meine Freunde gaben mir Tipps: „Nimm Vitamine!“ oder „Trink mehr Kaffee!“. Aber all das half nicht. Eines Tages erzählte mir eine Freundin, dass sie zweimal im Jahr, immer im Frühling und im Herbst, eine einwöchige Fastenkur mit intensiver Darmreinigung machen würde. Sie berichtete, dass es ihr danach immer total gut ginge. Sie sei viel frischer und fitter als vorher und würde auch nicht mehr so oft erkältet sein. Ich war sofort interessiert, genau das waren ja auch meine Probleme! Vielleicht war eine Darmreinigung die Lösung für mich!

Wie ging es Dir bei der Darmreinigung?
Ich fastete also eine Woche lang und machte gleichzeitig eine Darmreinigung. Dazu trank ich viele Liter Sauerkrautsaft. Ausserdem machte ich zahlreiche Darmeinläufe. Anfangs waren diese Maßnahmen sehr ungewohnt. Ich empfand die Darmspülungen ein bißchen unangenehm und umständlich. Auch das Essen fehlte mir im Alltag sehr. Zumal meine Familie und meine Freunde um mich herum ganz normal weitergegessen haben. Ich war eine Woche lang ein exotischer Aussenseiter. Mir war auch ziemlich kalt; das lag am Kreislauf, der durch die fehlende Nahrung und Verdauung heruntergefahren wurde. Schon nach drei Tagen machte es mir nichts mehr aus, dass die anderen um mich herum normal aßen. Die anfängliche Eifersucht auf das duftende Essen war verflogen. Ich fühlte mich frei und unabhängig. Meinen Darm spülte ich jeden Tag dieser einen Woche mehrere Male aus. Die Ausscheidungen wurden immer sauberer. Das war ein sichtbares und fühlbares Zeichen für mich, dass meine Massnahmen Erfolg hatten. Ich war sauber und gereinigt. Nach sechs Tagen begann ich damit, wenige Mengen gedünsteten Apfel zu essen. Ich musste meinen Körper langsam wieder an Nahrung und Verdauung gewöhnen. Es klappte gut.

Was war gut, was war schlecht? Hast Du Veränderungen an Dir bzw. Deinem Körper bemerkt?
Schon nach wenigen Tagen setzte eine Veränderung ein: ich freute mich regelrecht auf die Darmreinigung und war stolz auf mich, meinen Körper so intensiv durchzuspülen und zu säubern. Ich hatte ein echtes Gefühl von Reinheit. Es fühlte sich sehr befreiend an und wurde immer angenehmer. Mein Bauch war nicht mehr aufgebläht und dicklich, sondern schön flach und rein. Ich war total entspannt und fühlte mich unbelastet.

Wie ist Dein Fazit? Würdest Du es nochmal machen?
Ich stellte meine Ernährung nach dieser Darm-Kur um, kaufe nur noch Bio und koche vegetarisch. Diese Reinheit und Leichtigkeit meines Körpers will ich nicht gleich wieder in Gefahr bringen. Seitdem mache ich diese Anwendung ein bis zweimal im Jahr. Meine Erkältungen sind so gut wie weg und ich habe kaum noch Verdauungsprobleme oder Müdigkeitsanfälle. Eine solche Darmreinigung kann ich jedem nur empfehlen.

 

Tashi S. (45) aus Lüttich:

Wieso hast Du Dich dazu entschieden, eine Darmreinigung durchzuführen?
Weil ich Gewichtsprobleme hatte und mich schlapp und müde fühlte, riet mir eine Freundin zur einer Darmreinigung. Ich kannte das schon von früheren Fastenkuren, wo wir Glaubersalz zur Darmreinigung verwendeten und stand dem Vorschlag erstmal skeptisch gegenüber.

Wie ging es Dir bei der Darmreinigung?
Im Internet gab ein eine unübersichtliche Zahl von Präparaten zur Darmreinigung, so dass sich mich von einer Heilpraktikerin beraten ließ, denn ich wollte nicht irgendwas schlucken, das später unangenehmen Nebenwirkungen, wie Blähungen oder Durchfall verursachte. Sie schlug mir ein altes Hausmittel vor: Leinsamen! Jeden Morgen nahm ich mit etwas Joghurt 2 Löffel Leinsamen zu mir und trank über den Tag verteilt mindestens 2 Liter Wasser. Mittags aß ich Gemüse oder Obst mit Getreide und einem Löffel Leinsamen und abends Salat mit Fisch oder Fleisch, ebenfalls mit etwas Leinsamen.

Hattest Du Entgiftungserscheinungen und falls ja, welche?
In der ersten Woche machten sich ein paar Pickel bemerkbar und ich schwitzte mehr. Das verging aber schnell wieder. Jetzt sieht meine Haut rosig und frisch aus.

Was war gut, was war schlecht? Hast Du Veränderungen an Dir bzw. Deinem Körper bemerkt?
Schon am zweiten Tag merkte ich, dass meine Verdauung sich verbessert hatte und ich fühlte mich nicht mehr so aufgebläht. Am dritten Tag wurde ich beschwingter und fröhlicher und wollte mich unbedingt bewegen, obwohl ich sonst immer viel zu müde zum Sport machen war und überall gern mit dem Auto hinfuhr. Ich habe diese Darmreinigung mit Leinsamen über zwei Wochen gemacht und muss sagen, dass ich mich seit dem wesentlich besser fühle. Außerdem habe ich 3 Kilo abgenommen und mir angewöhnt jeden Morgen einen Löffel Leinsamen mit Joghurt zu essen. Allerdings habe ich auch gemerkt, dass, wenn ich zum Beispiel zu wenig Wasser getrunken hatte, ich mich wieder sehr aufgebläht fühlte und sogar Bauchschmerzen bekam. Ein positiver Nebeneffekt war, dass ich keine Appetit mehr auf Süßigkeiten hatte.

Persönliche Empfehlungen und Hinweise, worauf man achten sollte?
Wer eine natürliche Darmreinigung vornehmen will und dabei noch abnehmen möchte, sollte eine Kur mit Leinsamen unbedingt mal probieren.

Wie ist Dein Fazit? Würdest Du es nochmal machen?
Ich würde das auf jeden Fall wieder machen und bin meiner Heilpraktikerin dankbar für diesen guten Tipp. Mein Körper hat auf einen „Gesundmodus“ umgestellt und ich bewege mich jetzt wieder gern und regelmäßig. Es kommt sehr selten vor, dass ich ungesunde Lebensmittel zu mir nehme, weil ich dann das Gefühl habe, dass ich meinen Darm verunreinige und mich dann wieder schlapp, müde und depressiv fühle.

 

Linda D. (25) aus Dresden:

Wieso hast Du Dich dazu entschieden, eine Darmreinigung durchzuführen?
Durch immer wiederkehrende starke Blähungen und einer nicht ausgewogenen Darmflora, kam mir die Idee, meinen Darm zu reinigen. Immer öfter hatte ich mich nun schon mit Entgiftungen beschäftigt und auch schon im Rahmen des Fastens Einläufe hinter mir. Doch ein Wechsel aus Verstopfung, Durchfall und Blähungen sollte trotzdem immer noch Bestand haben.

Wie ging es Dir bei der Darmreinigung?
Ich informierte mich daher zuerst im Internet, später in der Apotheke, über die Darmreinigung. Empfohlen wurde mir eine länger andauernde Reinigung über drei Monate. Es sollte aber auch schnellere Methoden geben, für die ich mich letztendlich auch entschied, um zu sehen, welche Effekte ich überhaupt erzielen kann. Eine Woche lang sollte ich jeden Tag ein Mittel einnehmen, was meinen Darm reinigen sollte. Zudem setzte ich auf altbewährte Sachen, wie das morgendliche Glas lauwarmes Wasser direkt nach dem Aufstehen und einen Tag in der Woche, an dem ich nur Brühe und Tees trank, ohne etwas zu essen. Damit ging es mir sehr gut.

Hattest Du Entgiftungserscheinungen und falls ja, welche?
Ich fühlte mich wohl. Allerdings merkte ich am dritten Tag deutlich, dass mein Bauch härter war als vorher und sich gen Abend hin immer mehr aufblähte. Das war genau das, was ich vor der Reinigung auch schon hatte. Die Schmerzen waren, wenn überhaupt vorhanden, nur ganz leicht als erhöhtes Druckgefühl bemerkbar. Während der ganzen Woche spürte ich auch die vermehrte Darmtätigkeit. Andere Erscheinungen der Entgiftung machten sich allerdings nicht bemerkbar. Ich empfand diese Zeichen als gut, da ich so merkte, dass sich im Körper etwas tat.

Was war gut, was war schlecht? Hast Du Veränderungen an Dir bzw. Deinem Körper bemerkt?
Erst nach der gesamten Woche konnte ich feststellen, dass ich mich seltsam erleichtert fühlte. Die Blähungen und das Hin und Her zwischen Verstopfung und Durchfall war erst einmal Geschichte, hielt aber nur zwei Monate lang an. Der Darm war dann wieder in seiner alten schlechteren Form.

Persönliche Empfehlungen und Hinweise, worauf man achten sollte?
Ich würde beim nächsten Mal die längere Behandlung wählen, um den Darm noch mehr zu reinigen.

Wie ist Dein Fazit? Würdest Du es nochmal machen?
Ich achte seither etwas besser auf meine Ernährung und versuche durch einfache Tricks meinen Darm etwas mehr in Schwung zu bringen, beziehungsweise ihm auch nicht so viel zuzumuten. In einigen Monaten möchte ich dann wieder eine etwas längere Darmreinigung durchführen.


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