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Charity Labels: Kauf Dich und andere Menschen glücklich

Toms Brille 377x272Sog. „Charity Labels“ produzieren für die gute Sache. Meist sind es Modelabels, mittlerweile gibt es aber auch Charity Labels im Interior Design. Es sind Produzenten, die einen Großteil des Verkaufserlöses für einen guten Zweck spenden.
Warum Charity Labels so toll und unterstützenswert sind, darüber schreibt heute Petra in ihrem Gastbeitrag.
Petra schreibt übrigens auf ihrem eigenen Blog „Hollightly“ über grüne Mode, grünes und nachhaltiges Reisen und grünen Lifestyle im Allgemeinen.

 

Der Traum jeder Frau. Du kaufst etwas und machst damit gleichzeitig nicht nur Dich, sondern auch viele andere Menschen glücklich. Das Ganze auch noch biologisch und fair. Das ist keine Utopie, kein Wunschdenken oder eine verrückte Fantasie. Das geht bei bestimmten Labels. Sogenannten Charity Labels. Es sind Modemacher und Kreative, die mehr als nur Gewinnmaximierung wollen. Menschen, die helfen wollen. Menschen die Stil mit Gutem Gewissen verbinden wollen. Charity Labels unterstützen mit ihrer Mode und ihren Dekostücken immer auch ein Land, eine Handwerkskunst und die gute Sache. Sie spenden aber nicht einfach nur den Gewinn und lassen das Geld irgendwohin fließen. Sie engagieren sich für die Menschen vor Ort. Tatkräftig. Es ist im Grunde eine Form der Hilfe zur Selbsthilfe. Mit jedem Kauf eines Charity Labels unterstützt Du die gute Sache, der sich das Label verschrieben hat. Da gibt es verschiedene Konzepte.

Die Marke TOMS zum Beispiel. Sie kommt aus Amerika. Der Gründer, Blake, ist als begeisterter Surfer von Strand zu Strand und von Welle zu Welle gereist. In Südamerika hat er die dort üblichen Espadrilles entdeckt. Bequeme Stoffschuhe. Aber er hat auch die Armut dort gesehen. Gemerkt, dass viele Kinder nicht zur Schule gehen können, weil es an allem fehlt. Sogar an den Schuhen, um die weiten Wege laufen zu können. Er hat herausgefunden, dass viele Krankheiten auch durch die verletzten Füße ausgelöst werden. Er hat im Grunde gemerkt, dass Schuhe nicht nur Luxusgut, sondern vor allem auch Garant für Gesundheit und vieles andere sein können. Deswegen hat er TOMS gegründet und das Konzept „OneforOne“ erfunden. Für jedes paar Schuhe, dass Du kaufst, bekommt ein Kind oder Erwachsener in einem Entwicklungsland ein paar Schuhe. Für jede TOMS-Sonnenbrille (s. Foto oben), die Du kaufst, bekommt ein Mensch in einem Entwicklungsland eine Augen-OP oder eine Brille. Für jede Packung Kaffee, die Du kaufst, wird in den Dörfern der Entwicklungsländer Equipment für Wasserbrunnen zur Verfügung gestellt. Ich liebe das Konzept! Tue Dir und anderen etwas Gutes. So schön kann Shoppen sein.

Dann gibt es das Label beliya aus Hamburg. Die beiden Labelgründerinnen waren während ihres Studiums in Afrika und haben gesehen, wie viel Bildung ausmachen kann. „Wenn Du nur ein Kind zur Schule schickst, wird das ganze Dorf davon profitieren.“, hat Annika Busse mir einmal in einem Interview gesagt. Deswegen haben sie und ihre Freundin sich dazu entschlossen, möglichst vielen Kindern die Schulbildung zu ermöglichen. Für jede Tasche, die Du kaufst finanzierst Du einem Kind für ein Jahr Schulsachen. Je nach Größe der Tasche, finanzierst Du etwas anderes. Sei es 1 Jahr Schulbus oder 1 Jahr Schulessen, die Schuluniformen und so weiter. Auch so eine wunderbare Idee.

beliya
Ein weiteres Beispiel ist das Label Abury. Ein Taschen- und Modelabel aus Berlin und Marrakesch. Andrea Kolb hat sich in Marrakesch mit dem ersten Schritt, den sie in diese Stadt gemacht hat, verliebt. Sie und ihr Mann besitzen ein altes Riad in der Stadt und haben es zu einem kleinen Eco-Hotel umgebaut. Und sie haben jahrelang mit den Stammesältesten verhandelt, so lange bis sie die Frauen in den Dörfern zu Näherinnen ausbilden durften. Jetzt nähen die Frauen Taschen nach alter marrokanischer Tradition für faire Löhne. Sie dürfen ihre Kultur der Stickerei weitergeben und gewinnen Selbstbewusstsein in ihren Dorfgemeinschaften, weil sie zur Schule gehen, lesen und schreiben lernen und eine Ausbildung bekommen. Abury hat übrigens auch eine Hochzeitsclutch. Die Lovebird, die sie extra für meine Hochzeit designt haben und jetzt in ihrem Portfolio anbieten. Eine wunderschöne weiße Tasche.

Naeherinnen_Hochzeitsclutch

Ähnlich wie Charity Labels sind die Charity Kollektionen. Auch das ist ein schöner Schritt in die richtige Richtung. Fashion for Home zum Beispiel hat aktuell eine Charity Kollektion für Deko-Fans. Unter dem Claim „Bunte Kissen für Bildung“ werden Kissen aus Togo verkauft. Der Erlös fließt direkt in ein Projekt für Kinder und Jugendliche dort vor Ort, dem „Theresa Bomboma Projekt e.V.“ Pro verkauftem Kissen kann ein Kind dort ein Jahr lang zur Schule gehen. Gleichzeitig helfen die Kissen jungen Frauen in Togo dabei, eine Arbeitsstelle und Ausbildung zu bekommen. Denn die Kissen werden direkt in Togo gefertigt. Die jungen Frauen können in der Fabrik des Projektes eine Ausbildung zur Schneiderin machen und arbeiten. Bildung ist das wichtigste Gut, das es gibt. Wo Bildung ist, schwindet nach und nach die Armut.
Ich mag den Gedanken, dass ich mir ein Kissen kaufen kann, das gleichzeitig anderen Menschen hilft. Der Anblick macht glücklich. Glücklicher als nur das reine Kissen.
Wenn Ihr wisst was ich meine?!

Petra
Petra wünscht sich eine grünere Welt. Auf ihrem Green-Lifestyle-Blog „Hollightly“ stellt sie nachhaltige Mode, wahnsinnige Reiseziele mit nachhaltigem Hintergrund und tolle Menschen vor, die etwas mit Stil verändern wollen.

5 Antworten auf Charity Labels: Kauf Dich und andere Menschen glücklich

  • Tolle Sache! Das „OneforOne“ kannte ich bereits – zumindest was die Schuhe betrifft. Der Rest der Projekte ist mir neu.
    Was mir besonders gut gefällt: Die vorgestellten Projekte sind nachhaltig und langfristig angelegt. Es ist zum Beispiel entscheidend und ungemein wichtig, in die Bildung von Kindern und Frauen zu investieren. Gut, dass das Geld und die Unterstützung in sinnvolle Projekte fließt.
    Liebe Grüße, Andrea

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    • Liebe Andrea, genau so geht es mir auch. Ich mag das TOMS, beliya und Co auf Bildung setzen. Für mich ist Bildung einer der großen Schlüssel gegen die Armut. Ganz liebe Grüße und Danke für Deinen Kommentar, Petra

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  • Hi Petra,
    Ich finde es toll, wenn Menschen über ihren Tellerrand hinausschauen und sehen wie sie nicht nur ihre, sondern auch die Welt anderer Menschen verbessern können. Mich würden da weiterhin die ganzheitlichen Zusammenhänge interessieren: Welche Materialien werden verwendet und wo kommen sie her? Muss ich wirklich Sachen zum Verkauf über die ganze Welt transportieren oder geht es auch lokal? Werden die hergestellten Dinge überhaupt benötigt? Wie können Ressourcen geschont werden?
    Das immer mehr Kaufen, wenn auch besser Produziertes, ist für mich eher Teil des Problems als der Lösung. Bevor sich der Westen in oben genannte Länderstrukturen eingemischt hat, gab es solche Probleme dort überhaupt nicht – und jetzt „retten“ westiliche Projekte die dortigen Menschen? Sicher im kleinen Stil in der heutigen Zeit kein schlechter Ansatz da wir die geschehenen Dinge nicht rückgängig machen können, trotzdem hilft es eher wenig wenn das wirkliche Problem nicht ausgeräumt wird. Wer entwickelt denn zum Beispiel den Schulplan und auf welcher Grundlage? Mir kommt es so vor als würde die westliche Welt alles und jeden nach ihren Werten umerziehen wollen – und das natürlich mit eigenem Gewinn, denn wie du oben schon schreibst geht es ihnen zwar nicht „nur um Gewinnmaximierung“… aber auch.
    LG ~Anne

    0
    • Hi Anne, im Grunde hast Du absolut Recht. Der Konsum ist ein Teil des Problems. Ein wichtiger Punkt ist in meinen Augen auch das „weniger ist mehr“. Wenn wir Wert auf Qualität und gute Produktionsbedingungen legen, dafür dann etwas weniger konsumieren würden, wäre dem Kreislauf schon sehr zu Gunsten der Menschen und Umwelt geholfen. Aber ihn abzuschaffen erscheint mir utopisch. So tickt die Welt und so ticken die Menschen. Das werden wir nicht ändern können, wir können nur an den Bedingungen drehen. Natürlich basiert Schulbildung zum Teil auch auf westlichen Vorstellungen. Aber ich denke, dass wir in einer globalisierten Welt, die wir haben, manches nicht mehr zurückdrehen können. Lesen und Schreiben lernen gehört dazu, genau wie rechnen und Wissen darüber wie die Welt funktioniert, um in dieser Welt bestehen zu können. Um eigene Entscheidungen treffen zu können. Deswegen finde ich wichtig, dass Bildung an jede Ecke der Welt gebracht wird. Sofern es Ecken sind, die sich an die globalisierte Welt angeschlossen haben, wie auch Afrika. Abury zum Beispiel zeigt den Frauen, wie sie ihre Kultur bewahren und davon leben können. Sprich: Da ist die Bildung an das Land angepasst. Aber das funktioniert dort sehr gut. Natürlich müssen die Taschen dann aus Marokko, die Schuhe von TOMS weltweit und die Kissen aus Afrika geliefert werden. Aber da wir die Welt nicht ändern können und da Menschen konsumieren wollen, wenn sie das können, finde ich wichtig so lange am Konsumrädchen zu drehen, bis das Geld wirklich bei den Menschen ankommt die es brauchen und die die Produkte hergestellt haben. Ooh und zu Deinen stofflichen Fragen :-): TOMS produziert mit Biostoffen soweit ich weiß, beliya macht Upcycling (sie kaufen aus Möbel und Stoffproduktionen die Überproduktion auf, die sonst weggeworfen werden würden und nähen daraus die Taschen) und abury verwendet das marokkanische Leder der Menschen aus den Dörfern, das sie dem Label verkaufen. Very local 🙂 Ganz liebe Grüße und danke für Deinen Kommentar, Petra

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  • Petra,
    Danke für deine ausführliche Antwort! Lesen, Schreiben und Rechnen sind natürlich wichtig, aber nicht wichtiger als der richtige Umgang mit Ressourcen, der Anbau von Nahrungsmitteln und die Gesundheit von Mensch und Umwelt. Wäre es nicht schön wenn die westliche Schulbildung mehr vom wirklichen überleben lehren würde als Menschen auf Geldmaximierung zu trimmen und auf ein Wirtschaftssystem vorzubereiten das grundsätzlich schief läuft?
    Dieser Konsumwille wird uns letztendlich auch nur antrainiert.
    Ich finde es toll die Option zu haben ein wirklich gutes Produkt zu kaufen wenn ich es brauche – sowohl das Brauchen als auch die wirklich guten Produkte sind dabei aber äußerst selten.
    Die von dir vorgestellten Projekte scheinen gut durchdacht zu sein. Ich finde es richtig die Globalisierung für gute Zwecke zu nutzen. Der Ansatz des glücklich und mit gutem Gewissen immer mehr Kaufens macht aber einfach keinen Sinn. Wir brauchen viel weniger Konsum genauso wie viel bessere Produkte aus fairer, gesunder und ressourcenschonender Herstellung.
    Ich finde, wir alle können die Welt verändern! 🙂
    Liebe Grüße! ~Anne

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