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Aspartam – Kontroverser Süßstoff

Der Süßstoff Aspartam lässt sich nicht nur in zahlreichen und gerne gekauften Lebensmitteln wiederfinden, sondern gilt vielen Konsumenten gar als bessere und ernährungsbewusste Alternative zum weißen Haushaltszucker. Doch ist es gerade bei diesem Zusatzstoff angebracht, sich näher mit seiner Herkunft und den zahlreichen Diskussionen, die in diesem Zusammenhang geführt werden, auseinanderzusetzen.

Inhaltsverzeichnis

Aspartam

Was ist Aspartam?

Aspartam ist heutzutage vor allen Dingen als synthetischer Süßstoff bekannt, der in seiner Funktion als Lebensmittelzusatzstoff auch unter der Bezeichnung „E951“ geführt wird. Der Stoff setzt sich aus den zwei Aminosäuren Asparaginsäure und Phenylalanin zusammen, die zu einem Dipeptid verbunden sind. Mit Blick auf den Einsatz als Süßstoff kann zunächst festgehalten werden, dass Aspartam mehr als zweihundert Mal süßer als weißer Haushaltszucker gilt, weshalb es vor allen Dingen zum Zwecke der Kalorienreduzierung als Zuckerersatz bei verschiedenen Lebensmitteln eingesetzt wird. In diesem Zusammenhang wird ferner gerne darauf hingewiesen, dass Aspartam im Rahmen einer Diät Verwendung finden kann, da das erwünschte Süßen mit einem niedrigerem Energiegehalt zu erreichen ist. Auch wird argumentiert, dass Aspartam in Abgrenzung zu anderen Süßungsmitteln keine Zahnprobleme verursacht. In Kaugummis kann Aspartam zudem als Geschmacksverstärker eingesetzt werden, weil hier die betonende Wirkung, die es auf Zitrus- und Fruchtaromen hat, genutzt wird.

Da der synthetische Süßstoff Phenylalanin enthält, darf er nicht von Menschen mit einer angeborenen Stoffwechselerkrankung, die unter dem Namen Phenylketonurie (PKU) bekannt ist, konsumiert werden. Produkte, welche Aspartam enthalten, müssen nach Verordnungen der EU mit einem Warnhinweis („enthält eine Phenylalaninquelle“) gekennzeichnet werden. Aspartam ist nicht hitzebeständig und eignet sich daher beispielsweise nicht zum Backen. Im Kontext des Stoffwechsels wird Aspartam durch Verdauungsenzyme in die Aminosäuren Asparaginsäure und Phenylalanin aufgeschlossen, wobei auch gewisse Mengen von Methanol entstehen.

Entstehungsgeschichte von Aspartam

Betrachtet man die Entstehungsgeschichte von Aspartam, so stößt man zunächst auf ein gänzlich anderes Themenfeld, als es das Süßen von Speisen darstellt. Aspartam wurde im Jahre 1965 von dem Chemiker James M. Schlatter entdeckt, dessen damalige Forschung auf die Suche nach einem Mittel gegen Magengeschwüre abzielte. Schlatter beschäftigte sich zu diesem Zeitpunkt mit einer Synthese von Gastrin, welches ein Peptid des Magen-Darm-Traktes ist und welches für die Stimulation der Produktion von Magensaft verantwortlich ist. Die Entdeckung, dass Aspartam geschmacklich als besonders süß wahrzunehmen ist, kann hierbei als purer Zufall bezeichnet werden: So wird berichtet, dass Schlatter zufällig eine geringe Menge des Puders mit den Fingerspitzen aufnahm und den süßen Geschmack bemerkte, als er seine Finger zum Umblättern einer Seite befeuchtete.

Aspartam konnte sich allerdings keineswegs direkt als alternative Methode für das Süßen von Lebensmitteln durchsetzen. Diesem Umstand entsprachen die lang anhaltenden und hitzigen Kontroversen, die um das Thema einer Verwendung im Bereich der Lebensmittel geführt wurden. Seit der Entdeckung wurden diverse Studien durchgeführt, die allerdings in der Gesamtheit nie eine (völlige) Unbedenklichkeit des Stoffes nahelegen konnten. Infolgedessen lehnte die sogenannte Food and Drug Administration (FDA), die in den USA für die Genehmigung von Lebensmittelzusatzstoffen zuständig ist, eine Zulassung über lange Zeit ab. Noch im Jahre 1980 lehnte die FDA eine Zulassung von Aspartam ab (PDF 9,8 MB), doch änderte sich die Sachlage im Zuge der Präsidentschaft von Ronald Reagan. Reagan beorderte Donald Rumsfeld in die Regierung, welcher wiederum Arthur Hull Hayes zum neuen Vorsitzenden der FDA ernannte. Letztgenannter veranlasste unverzüglich die Zulassung von Aspartam für Trockenprodukte. Die Zulassung soll sich dabei vor allen Dingen auf eine japanische Studie gestützt haben, die dem zuständigen Untersuchungsausschuss zum Zeitpunkt der Zulassung allerdings nicht vorgelegen haben soll. 1983 wurde Aspartam schließlich für die Verwendung in kohlensäurehaltigen Getränken freigegeben, bevor es seit 1993 für andere Getränke oder beispielsweise Süßwaren zugelassen wurde. In der EU ist Aspartam seit 1994 zugelassen, in Deutschland ist es hingegen schon seit 1990 für den Gebrauch in Lebensmitteln freigegeben.

Nebenwirkungen von Aspartam

Trotz der zeitlich schon weit zurückreichenden Verwendung in Lebensmitteln kamen die Kontroversen um die Verwendung von Aspartam nie zum Erliegen. Argumentationen, die eine Unbedenklichkeit des Konsums von Aspartam darlegen wollen, beziehen sich dabei besonders auf den Umstand, dass die vorzufindenden Bestandteile auch in anderen Nahrungsmitteln vorkommen. So wird beispielsweise argumentiert, dass Menschen mit Phenylketonurie nicht nur durch das Aufnehmen von Aspartam geschädigt werden können, sondern ebenso jede eiweißhaltige Ernährung meiden sollten.

Ferner wird allgemein darauf hingewiesen, dass es durch die gesetzlich definierten Grenzwerte des Tageskonsums nur dann zu einem Schaden durch Aspartam kommen kann, wenn unrealistisch hohe Mengen gewisser Lebensmittel verzehrt werden würden (zum Beispiel ungefähr 266 Süßstofftabletten, die an einem Tag konsumiert werden müssten). Diesen Behauptungen stehen verschiedene Studien gegenüber, die von negativen Auswirkungen des Aspartam-Verzehrs berichten. Das Spektrum der verzeichneten Nebenwirkungen ist dabei sehr breit gefächert und beinhaltet verschiedenste Beschwerden. Mit Rückgriff auf ältere Studien der schon erwähnten FDA kann eine beachtliche Liste an potentiellen Anzeichen einer Aspartam-Vergiftung betrachtet werden, die von Symptomen wie Juckreiz, Müdigkeit und Brennen der Augen oder des Rachens bis hin zu psychischen Auffälligkeiten, Zittern, Durchblutungsstörungen oder Impotenz reicht.

Doch auch andere Beispiele lassen sich anführen: So wurde in einer unter anderem von Ralph G. Walton durchgeführten Doppelblind-Studie ein Zusammenhang zwischen dem psychischen Befinden und dem Aspartam-Konsum festgestellt, sodass es besonders bei depressiven Personen zu weiteren Verschlechterungen des Befindens kam. Wieder andere Untersuchungen legten einen Zusammenhang zwischen dem Auftreten von Migräne-Anfällen und dem Verzehr von Aspartam enthaltenden Lebensmitteln nahe. Darüber hinaus weisen Kritiker explizit auf die Bestandteile hin, in welche das konsumierte Aspartam aufgeteilt wird. Neben der Problematik einer Phenylketonurie, bei der das Aufnehmen von Phenylalanin eine Gefahr bedeutet, werden in diesem Kontext auch Methanol und Asparaginsäure thematisiert. Im Falle des Alkohols Methanol wird hier auf den Abbauprozess im Körper hingewiesen, da Methanol zunächst zu Formaldehyd und in einem späteren Schritt zu Ameisensäure umgewandelt wird. Der dauerhafte Konsum von Aspartam wird daher auch mit Kopfschmerzen und ähnlichen Beschwerden in Verbindung gebracht. Da ferner die Asparaginsäure in ihrer Funktion als Neurotransmitter Informationen im zentralen Nervensystem weiterleitet, können auch hier negative Auswirkungen einer dauerhaften Zufuhr, wie sie durch Aspartam gegeben sein kann, nicht ausgeschlossen werden.

Ist Aspartam krebserregend?

Auch die Frage, ob und inwiefern Aspartam als krebserregend gewertet werden muss, steht seit langer Zeit im Fokus massiver Diskussionen. Gleichwohl es auch hier Studien gibt, die behaupten, dass von einer Unbedenklichkeit der zugelassenen Grenzwerte ausgegangen werden darf, sind einige gegenteilige Ansichten nicht zu übergehen. So veröffentlichte die Europäische Stiftung für Onkologie und Umweltforschung „Bernardino Ramazzini“ im Jahre 2005 eine Studie, durch die eine Beziehung zwischen Krebs und Aspartam aufgezeigt werden sollte. Konkret bedeutet dies, dass der Studie zufolge bei den getesteten Ratten ein erhöhtes Auftreten von Leukämie und Lymphomen bei schon geringen Dosen der regelmäßigen Aspartam-Gabe festzustellen war.

Andere Berichte verweisen auf die Aussagen des Toxikologen Prof. Dr. Schweinsberg, der bereits in den Neunzigerjahren den Standpunkt vertrat, dass Aspartam einen Beitrag zur Entstehung von Tumoren leisten kann. Gleichwohl oft der Versuch zu beobachten ist, solche Studien, die Krebserkrankungen und Aspartam in Zusammenhang bringen, als nicht aussagekräftig abzutun, bleibt festzustellen, dass zahlreiche Untersuchungen einen kritischen Umgang mit Aspartam mehr als nur nahelegen.

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